Freitag, 15. Juni 2012

Vom alten Bauernhaus zum modernen Niedrigenergiehaus

Das Bauernhaus vor der Sanierung
Im September 2010 starteten die Renovierungsarbeiten an einem Bauernhaus aus den 20er Jahren in Holzmaden, Landkreis Esslingen. Architekt Karl Miller aus Schwäbisch Gmünd schaffte die Symbiose aus Alt und Neu mit einer Pelletheizung als Basis für ein ökologisches Gesamtkonzept. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass umweltbewusstes Bauen und Renovieren gekonnt mit moderner Lebensqualität harmonieren kann.


Nach der Sanierung ist das
Mehrfamilienhaus auf Niedrigenergiehausniveau
Bettina Schempp übernahm 2006 das elterliche Anwesen, ein ehemaliges Bauernhaus, und stand, wie viele der 1.800 Einwohner des Ortes in der Nähe von Stuttgart, vor einem Problem: Die landestypischen Bauernhäuser, die das Ortsbild prägen, lassen an Bausubstanz sowie Energieeffizienz, Ökologie und Wohnqualität stark zu wünschen übrig. Ein Abriss kam für sie nicht in Frage. Es lag also an Architekt Karl Miller, sich der Herausforderung zu stellen, das Haus nach Niedrigenergiestandard zu sanieren.

Lichtdurchflutete Räume
im neuen Anbau
Tradition und Moderne perfekt vereint
Das Elternhaus von Bettina Schempp sollte bei der energetischen Sanierung in seiner Struktur und Optik erhalten bleiben. "Ökologie und moderne Wohnqualität stehen für mich an oberster Stelle. Mein Architekt realisierte diesen Anspruch mit einem genialen Kompromiss: Das Bauernhaus wurde so umgebaut, dass es heute zwei KfW60 Wohnungen beherbergt und damit alle Ansprüche an ein Niedrigenergiehaus erfüllt."


Die alte Scheune, charakteristischer Anbau jedes Bauernhauses, wurde abgerissen - ihre Optik allerdings durch den Anbau von zwei neuen Reihenhäusern mit Holzfassaden sehr gut nachempfunden.
Diese beiden neuen Anbauten sind reine Passivhäuser. Typisch dafür sind die raumhohen Fenster an der Südseite, die Sonnenenergie direkt ins Haus holen und durch die Dreifach-Verglasung optimal speichern. "Sie lassen so viel Licht und Helligkeit in die Räume - alles ist lichtdurchflutet und offen, so dass gar kein typisches Reihenhaus-Feeling mehr aufkommt", begeistert sich die Bauherrin.


Holz spielt nicht nur als Baumaterial eine Rolle
Bei der Wahl des Heizsystems kamen für Bettina Schempp keine fossilen Energieträger in Frage. Auch Architekt Miller war überzeugt, dass ein nachwachsender Rohstoff wie Holz am besten in das ökologische Gesamtkonzept des Bauvorhabens passt. Eine Pelletheizung wurde also eingebaut, die an kalten und sonnenarmen Tagen für Wärme sorgt, an denen die 16 m² große Solaranlage auf dem Dach den Energiebedarf für Warmwasser und Heizung nicht mehr ausreichend decken kann.
Das ÖkoFEN Pelletsheizsystem
sorgt für energieeffiziente
Wärmeversorgung
Das gesamte Pelletheizsystem konnte problemlos im ursprünglichen Öltankraum des Bauernhauses auf ca. 16 m² untergebracht werden. Neben dem ÖkoFEN Pelletheizkessel PELLEMATIC PLUS mit Brennwerttechnik und einer Nennleistung von bis zu 15 Kilowatt, fand auch ein großer Pufferspeicher mit 1.000 Liter Volumen für die Warmwasserversorgung Platz.


Dank der Pellets-Brennwerttechnik können alle vier Wohneinheiten sehr effizient beheizt werden. Durch die niedrige Systemtemperatur in gut gedämmten Häusern kommt der Wirkungsgradvorteil des Brennwertkessels besonders zum Tragen: Durch die Nutzung der latenten (im Abgas enthaltenen) Wärme erreicht die PELLEMATIC PLUS einen Wirkungsgrad von 103% und dachurch eine erhöhte Energieausbeute von nochmals 10-15%.


Auch das Pelletslager wurde im Keller untergebracht. Im raumhohen Gewebetank von ÖkoFEN lagern die für eine Heizperiode benötigten 4 Tonnen Holzpellets. "Momentan bedeutet das jährliche Brennstoffkosten von nur knapp 900 Euro - für alle vier Wohnungen." erzählt die Besitzerin. Die Lieferung der Pellets erfolgt einmal pro Jahr. Von der Logistik her vergleichbar mit der Ölheizung, werden die Pellets durch einen Schlauch in den ÖkoFEN-Gewebetank eingeblasen. Das System erkennt und regelt selbständig die optimale Brennstoffzufuhr, um maximale Effizienz zu gewährleisten.

So setzt nun das traditionsreiche Anwesen Schempp in der Region neue Maßstäbe in puncto Ökologie und hat wie früher wieder seinen festen Platz im Ortsbild von Holzmaden gefunden - jetzt nur mit modernster Technik und Ausstattung, so dass nun für das Gebäude wieder viele Jahrzehnte im Einklang mit der Natur vergehen können.


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