Freitag, 15. Oktober 2010

EN plus: Neuer Qualitätsstandard für Pellets

Im Frühjahr 2011 wird in Österreich ein neuer Qualitätsstandard für Pellets eingeführt. An die Steller der ÖNORM M7135 tritt das Qualitätszertifikat „EN plus“. Die Vorteile des neuen Systems: Bei „EN plus“ Pellets kann der Kunde auf eine lückenlose Qualitätssicherung von der Produktion bis in sein Pelletlager bauen. Das bedeutet einen störungsfreien und umweltfreundlichen Betrieb der Pelletheizung mit erstklassigem Qualitätsbrennstoff.

Das Qualitätszertifikat EN plus basiert auf der neuen europäischen Norm EN 14961-2 für Holzpellets. EN plus wurde gemeinsam von proPellets Austria und dem Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband erarbeitet. Es soll in ganz Europa für ein einheitlich hohes Qualitätsniveau bei Pellets sorgen. Lizenzinhaber für das neue Zertifikat wird der Dachverband der Europäischen Pelletwirtschaft, das European Pellet Council, sein. Die Zertifizierung selbst erfolgt durch akkreditierte Prüf- und Zertifizierungsstellen.

Eine wesentliche Neuerung, die mit EN plus kommt ist, dass nicht nur Pelletproduzenten von unabhängigen Sachverständigen periodisch (und unangekündigt) überprüft werden, sondern dass auch der Handel in die Zertifizierung mit eingebunden ist. Das ist wichtig, weil auch qualitativ einwandfreie Pellets durch nicht sachgemäße Lagerung oder Manipulation Schaden nehmen können. Handelsunternehmen, die EN plus Pellets verkaufen wollen, müssen deshalb in Zukunft auch strikten Qualitätskriterien entsprechen, die von der Dokumentation über die Lagerung bis zu den Lieferfahrzeugen reichen.

Eine weitere Neuerung ist, dass es in Zukunft 3 Qualitätsklassen von Pellets geben wird:

  • Die Klasse A1 bezeichnet Premium Pellets höchster Qualität mit einem Aschegehalt unter 0,7 %.
  • Die Klasse A2 unterscheidet sich von A1 in erster Linie durch einen höheren Aschegehalt, der durch die Verwendung von Laubholz oder Rindenanteilen im Rohstoff zustande kommen kann. A2 Pellets können auch von robusten Pelletkesseln für Einfamilienhäuser verbrannt werden. In der Regel werden sie aber bei Pelletkesseln größerer Leistung für Wohnhausanlagen, Hotels oder anderen gewerblichen Nutzern zum Einsatz kommen.
  • Die Klasse B bezeichnet Pellets, die sich nur für den industriellen Einsatz, also zum Beispiel in Kraftwerken eignen. Der Ascheanteil kann – bedingt durch einen hohen Rindenteil bis zu 3 % betragen.
Quelle: http://www.propellets.at/

Energie-Wirtschaft sieht schwarz: "Österreich bald ohne Strom?"

Energieversorger und Netzbetreiber warnen vor Österreichs "stromloser Zukunft", das "Höllentempo" des Umstieges komme einer Energie-Revolution gleich. Vor allem der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringt die Branche in Turbulenzen.

Es gehört zum guten Ton der Elektrizitäts-Industrie, vor dem Kollaps zu warnen. Doch die Ausführungen der Branche werden zunehmend krasser in der Wortwahl: So geschehen zuletzt bei der Pressekonferenz in Wien anlässlich der Salzburger Fachtagung "Stromlos in die Zukunft". Gunter Kappacher, Vorstand der Siemens AG und Präsident der veranstaltenden Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE): Man befinde sich in einer Revolution, die Politik fordere den Umstieg in einem Höllentempo, das, wenn es so weiterginge, unweigerlich zu einer stromlosen Zukunft Österreichs führe, erklärte der Energie-Manager.

Heinz Kaupa, Vorstandsdirektor der Verbund Austrian Power Grid AG, verwies auf die immens schwierigen Ausbaubedingungen für elektrische Netze, vor denen man (nicht nur) in Österreich stehe: Einerseits gebe es die UVP, andererseits eine Parallelwelt von Umweltschützern, die auch nach erfolgter UVP Projekte zu Fall brächten.

Die Branche ist verunsichert: Windkraft und Photovoltaik wird in einem Ausmaß vom (subventionierten) Markt angenommen, der von ihr nicht vorgesehen worden war. Nun müht man sich mit veralteten Netzen, die den schnell wechselnden Wind-Bedingungen nicht mehr Herr werden. Auf Fragen nach Dezentralität wurde eher mit einer Art Abwartestrategie gekontert - zuviele Unsicherheitsfaktoren seien im Spiel.

Ganz sicher aber sei, dass bei der derzeitigen Ausbaugeschwindigkeit der Netze - insbesondere der notwendigen Hochleistungsnetze zwischen Nordsee und Südeuropa - die Stromversorgung in den kommenden Jahren nicht mehr gewährleistet werden können. Fünf Stunden Stromlosigkeit seien dann in Österreich keine Seltenheit mehr - mit Verlusten für die Stromkonzerne von 40-50 Millionen Euro pro Stunde, wie eine Studie ausgerechnet haben will. Eine der Folgen, so Heinz Kaupa, sei sicherlich, dass der forcierte Ausbau der Erneuerbaren Energien gestoppt werden wird - weil man den Strom einfach nirgendwo speichern kann und auch die Netze nicht mehr ausreichen.
 
Quelle: http://www.energie-bau.at/kommunal

Montag, 11. Oktober 2010

"Pellet-Markt verzehnfacht sich"

Christian Rakos, Chef des Vereins zur Förderung der Verarbeitung von Pelletsheizungen, prophezeit Holz als Energieträger ein jährliches Marktwachstum von über 20 Prozent.

Biomasse ist zum Modewort der Energiepolitik geworden. Welche Bedeutung hat diese für die Energieversorgung tatsächlich?
Christian Rakos: In Österreich werden bereits 15 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus Biomasse gedeckt. Da wir derzeit nur rund ein Drittel des jährlichen nachwachsenden Holzes im Wald nutzen, gibt es hier noch erhebliche Steigerungsmöglichkeiten. Dazu kommt das ungenutzte Potenzial aus der Produktion schnellwachsenden Baumarten auf Argrarflächen sowie die Nutzung von landwirtschaftlicher Rohstoffe. Auch weltweit nimmt die Bedeutung der Biomasse rasant zu, wir erhalten täglich Anfragen aus der ganzen Welt, die sich für österreichische Technologien und Erfahrungen bei der Pelletnutzung interessieren.

Die Nachfrage nach Energieträgern wie Öl oder Gas ist während der Finanzkrise teils stark zurückgegangen - wie hat sich der Holzmarkt geschlagen? Die Nachfrage nach Bauholz ist stark zurückgegangen, die Nachfrage nach Holz als Energieträger hingegen nicht. Die Preise sind praktisch unverändert geblieben, was deutlich macht, wie stabil der Markt ist. Auch im letzten Jahr, in dem die Ölpreise wieder kräftig gestiegen sind, blieb der Pelletpreis unverändert niedrig.

Welche Rolle kann Holz als Energieträger künftig spielen? Seine größten Stärken hat Holz als Energieträger am Wärmemarkt. Moderne Holzheizungen sind höchst effizient und komfortabel und weisen auch sehr niedrige Emissionen auf. Deshalb glaube ich, dass hier das größte Wachstumspotenzial liegt. Vor allem der Ersatz veralteter Ölheizungen ist heute wirtschaftlich sehr attraktiv.

Von welchen Wachstumsraten gehen Sie aus?
Auf europäischer Ebene erwarten wir eine Verzehnfachung des Pellet-Markts bis zum Jahr 2020, das entspricht einer Wachstumsrate von 20 bis 25 Prozent pro Jahr.

Wird das Holzangebot mit der Nachfrage mithalten können?
Ja. Man muss aber davon ausgehen, dass Länder mit wenig Wald erhebliche Mengen
Holz importieren werden müssen. Die Lösung sind schnellwachsende Holzarten wie Pappeln oder Weiden, die enorm ertragreich sein können. Ein großer Anteil der Rohstoffe für das Marktwachstum wird aus solchen Kulturen kommen.

Werden die Preise auch künftig stabil bleiben?
Ich gehe von einer sehr stabilen Preisentwicklung aus, weil ein erheblicher Teil der Nachfrage von Kraftwerken kommen wird und diese nur Preise zahlen können, die mit den Einspeisetarifen kompatibel sind.

Woher soll das Holz kommen, das den Energiehunger befriedigen wird?
Aus österreichischer Perspektive ist Osteuropa besonders interessant - hier gibt es enorme Flächenreserven. Für Länder an der Atlantikküste sind derzeit Kanada und die USA, wo es sehr große zum Teil noch ungenutzte Waldflächen gibt, interessant. Aber auch rasch wachsende Baumplantagen in Südamerika haben ein großes Potenzial.

Welche Rolle kann Holz bei der Erzeugung von Biotreibstoffen spielen, und ist diese Anwendung überhaupt sinnvoll?
Die Umwandlung von Holz in Treibstoff ist sehr energieaufwändig - deshalb halte ich diese für nicht sinnvoll. Es ist viel einfacher und kostengünstiger, mit Pellets Heizöl zu ersetzen. Dieses als Dieseltreibstoff zu verwenden ist deutlich sinnvoller, als Holz in Diesel umzuwandeln und im Keller weiterhin mit Öl zu heizen.

Wer garantiert die nachhaltige Gewinnung von Holz, und wie verhindert man die Abholzung von Primärwäldern zur Energieerzeugung?
Damit es zu keinem Raubbau am Regenwald kommt, sind wir schon jetzt dabei, auf europäischer Ebene eine strikte Nachhaltigkeitszertifizierung einzuführen. Das neue Pelletsqualitätssiegel "EN plus", das wir kommendes Jahr auch in Österreich einführen werden, wird bereits eine Bestimmung enthalten, wonach in Zukunft jeder Pelletproduzent nachweisen muss, dass sein Rohstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Waldflächen kommt. Auch für Baumplantagen werden wir Nachhaltigkeitskriterien entwickeln, die neben Umweltaspekten auch soziale Aspekte beinhalten werden.


Quelle: propellets Austria

Freitag, 8. Oktober 2010

Ökostrom zum Teil nur auf dem Papier "grün"

Durch Kauf von Zertifikaten waschen viele Versorger "schmutzigen" Strom rein
Durch Kauf von Zertifikaten waschen viele Versorger "schmutzigen" Strom rein. Zu diesem Schluss kommt die Umweltorganisation Greenpeace, die sich die Angaben der Versorger näher angesehen hat. Diese dementieren.

Wien - Aus Österreichs Steckdosen kommt mehr Atomstrom als gemeinhin vermutet wird. Das deshalb, weil viele Energieversorger auf Stromimporte angewiesen sind, um ihre Kunden mit elektrischer Energie zu versorgen. Da Strom kein Mascherl hat, gelangt auf dem Importweg auch Kernenergie nach Österreich. Das wird von den Versorgern auch nicht bestritten. Die Umweltorganisation Greenpeace vermutet aber, dass weit mehr Atomstrom in Österreichs Leitungen fließt als von den Versorgern ausgewiesen wird.

"Da ist Etikettenschwindel in großem Stil im Gang", sagte der Energiespezialist von Greenpeace, Jurrien Westerhof, dem Standard. Berechnungen zufolge stammten im Durchschnitt etwa 14 Prozent des in Österreich verbrauchten Stroms aus ausländischen Kernkraftwerken, 39 Prozent aus fossilen Quellen (Kohle, Gas), knapp 47 Prozent aus erneuerbaren Quellen (siehe Grafik).

In der Regulierungsbehörde E-Control geht man davon aus, dass etwa sechs Prozent des in Österreich in öffentliche Netze eingespeisten Stroms aus ausländischen AKWs stammt. Abgeleitet wird das vom Strommix im europäischen Netzverbund UCTE. Als Faustregel gelte, dass knapp ein Drittel davon auf Atomstrom entfällt, sagte Christian Schönbauer von der E-Control. Damit kann auf die Atomstromanteile der einzelnen Unternehmen geschlossen werden, sofern diese konventionellen, nichtzertifizierten Strom importieren.

Zertifikatehandel
Gewisse Zertifikate sind Greenpeace und Konsumentenschützern ein Dorn im Auge - nicht nur in Österreich. Greenpeace ist bei den Berechnungen davon ausgegangen, dass der nicht deklarierte Anteil der Strombezüge über Börsen oder kurzfristige Lieferverträge bezogen wird und dass die Herkunft des Stroms nicht bekannt ist. Für diesen nicht deklarierten Anteil wurde der europäische Durchschnittsstrommix (UCTE) herangezogen. Dabei zeige sich, dass alle neun Landesenergieversorger Atomstrom in ihrem Strommix haben - variierend von rund acht Prozent bei Wienstrom bis 28 Prozent bei der steirischen Energiegesellschaft Steweag-Steg. "Letzteres Unternehmen wollte überhaupt keine Angaben zur Herkunft des Stroms machen, deshalb haben wir die gesamte Stromaufbringung als UTCE-Mix unterstellt", sagte Westerhof.

Dass die diversen Unternehmen bei der Stromkennzeichnung null Atomenergie ausweisen, habe mit einem legalen, wenn auch fragwürdigen Trick zu tun. "Ein Stromversorger kauft zum Beispiel beim tschechischen Temelín-Betreiber ÈEZ eine bestimmte Menge Strom. Gleichzeitig besorgt er sich etwa bei einem schwedischen Kraftwerksbetreiber billige Wasserkraftzertifikate - und zwar genauso viel, wie er braucht, um die Menge tschechischen Atomstroms zu Wasserkraft umetikettieren zu können", sagte Westerhof. Tatsächlich werde kein Strom in Schweden gekauft, sondern nur das Zertifikat (siehe Wissen). Damit könne man Kunden weismachen, dass sie mit sauberem Strom beliefert werden.

Schlupflöcher schließen
"Für die EVN kann ich ausschließen, dass wir das machen", sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir haben keine RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System; Anm.) gekauft und haben auch seit Jahren keinen Atomstrom im Portfolio. Es gibt aber Schlupflöcher in Österreich, die sollte man schließen."

Der Kärntner Energieversorger Kelag ist neben der Tiroler Tiwag der einzige, der von sich aus Atomstrom ausweist. "Wir haben den UCTE-Mix angeführt, weil wir nicht den gesamten Strom, den wir benötigen, selbst erzeugen können", sagte Vorstand Hermann Egger. "An RECS nehmen wir nicht teil, weil wir dafür nicht zertifiziert sind."

Quelle: STANDARD, von Günther Strobl

Dienstag, 5. Oktober 2010

EU Waldanteil 40%

Erstmals exakte Zahlen veröffentlicht

Wälder bedecken fast 40% der EU, Ackerflächen ein Viertel und Grünland ein weiteres Fünftel. Künstlich angelegte, nicht bebaute Flächen, zum Beispiel Straßen und Eisenbahnstrecken machen nur 4% der Fläche aus – diese Ergebnisse brachte eine erstmals veröffentlichte Stichprobenerhebung von Eurostat.

Über die größten Waldflächen verfügt Finnland mit 68% der Landesfläche, gefolgt von Schweden (66%). Auch in Slowenien (63%), Estland (55%) und Lettland (52%) ist mehr als die Hälfte der Landesfläche von Wald bedeckt. Die kleinsten Waldflächen besitzen Irland und die Niederlande mit nur 12%. Österreich liegt mit einem Waldanteil von 47% an sechster Stelle.

Quelle: Robert Kittel (Timber Online)